Wie lernt man Vokabeln?

Die japanische Sprache unterscheidet sich grundlegend von anderen Sprachen. Sie ist weder mit den Germanischen noch mit den Romanischen Sprachen verwandt. Europäern fällt daher der Einstieg in das Japanische etwas schwer. Viele klagen darüber, dass die Wörter, wenn man einmal von Anglizismen absieht, "alle gleich klingen". Es ist also essentiell für einen Japanisch Lernenden, Vokabeln "richtig zu lernen".

Doch wie macht man das am besten?

 

Vokabelheft

 

Das gute alte Vokabelheft. So gut wie jeder musste eines für den Englischunterricht anlegen. Manch einer hat vielleicht angefangen und dann nach einigen Wochen aus Motivationsgründen aufgehört. Dabei helfen Vokabelhefte sehr gut beim Lernen.

Das Vorgehen ist simpel. Das Vokabelheft hat zwei Spalten: eine für die eigene Sprache und eine für die Fremdsprache. Bereits durch das Aufschreiben der Vokabeln, lernt man sie. Um zu üben, muss man nur eine Seite abdecken und dann die Vokabeln der abgedeckten Seite auswendig aufsagen/ aufschreiben.

 

Karteikasten

 

Auch das Karteikasten-Prinzip kennen wohl einige aus der Schule. Der Karteikasten hat mehrere Fächer. Die Vokabeln stehen auf Karten (auf der Vorderseite die eine Sprache, auf der Rückseite die andere) und starten im ersten Fach. Die Karten im Fach 1 werden täglich wiederholt, die im Fach 2 alle zwei Tage, die im Fach 3 alle vier Tage und so weiter. Je mehr Fächer, desto besser merkt man sich die Vokabeln. Die Wiederholungszeit nimmt bei höheren Fächern immer mehr zu. Wusste man eine Vokabel, kommt sie in das nächste Fach, wusste man sie nicht, kommt sie in das erste Fach.

 

Mnemotechniken

 

Bei der Mnemotechnik entwickelt man Merkhilfen, um sich besser an die Vokabeln zu erinnern. Es ist ein recht umfangreiches Thema, das ich nur sehr kurz anschneiden möchte. Einige Techniken wurden schon im antiken Griechenland verwendet. Heutzutage gibt es die unterschiedlichsten Verfahren, mit denen Gedächtnissportler z.B. in weniger als einer halben Minute die Reihenfolge eines Kartendecks auswendig lernen können. Ein weiteres Beispiel ist der sogenannte "Pi-Sport" (das Auswendiglernen von möglichst vielen Nachkommastellen der Kreiszahl Pi). Der Inoffizielle Weltrekord lag 2006 bei 100.000 Stellen, aufgestellt von dem Japaner Akira Haraguchi. Diese Beispiele haben natürlich nicht viel mit dem Lernen von Vokabeln zu tun, zeigen jedoch, dass man sich mit Hilfe von unterschiedlichen Systemen Informationen um einiges besser merken kann.

Für das Lernen von Vokabeln ist die Schlüsselwortmethode eine große Hilfe. Altes Wissen wird mit neuem assoziiert. Die Effektivität der Schlüsselwortmethode wurde in einigen Studien belegt.

 

Will man sich daran erinnern, dass das japanische Wort shumi Hobby bedeute, kann man sich z.B. merken:

Schumis Hobby ist Schuhe zu sammeln. (Mit Schumi ist Michael Schumacher gemeint)

 

Am besten funktioniert das Merken, wenn man sich zu dem Satz noch ein passendes Bild vorstellt.

 

Ausländischer Brieffreund

 

Natürlich lernt man Sprachen am besten, wenn man sie in der Praxis anwendet. Wer also das Glück hat, einen japanischen Brieffreund oder E-Mail-Freund gefunden zu haben, kann mit diesem seine Japanischkenntnisse um einiges verbessern. Man kann ihn fragen, was bestimmte Wörter auf Japanisch heißen. Wenn man schon gut genug Japanisch kann, lernt man auch durch ein Gespräch auf Japanisch neue Vokabeln in ihrem Kontext kennen. Eine Seite, die bei der Suche nach neuen E-Mail-Freundschaften aus Japan hilft, ist japan-guide.com. Dort kann man unterschiedliche Kategorien auswählen. Die hier relevantesten sind wohl "Friends" und "Language Exchange". Eine kostenlose Anmeldung genügt und schon kann man Personen anschreiben oder selber Anzeigen erstellen.

 

Fernsehen und Radio hören

 

Das Internet macht es möglich, dass man auch vom Ausland aus bestimmte Fernseh- und Radiosender aus Japan empfangen kann. Natürlich kann man auch alte Aufnahmen bei YouTube und ähnlichen Plattformen suchen oder direkt auf den Seiten der Fernseh-/ Radiosender alte Aufnahmen abspielen. Es sei jedoch gesagt, dass ein Anfänger bei dieser Art des Lernens nicht sehr schnell Erfolge erzielen wird. Ein gewisses Niveau ist einfach nötig, um überhaupt etwas verstehen zu können.

 

Software nutzen

 

Moderne Software ermöglicht schnelles und übersichtliches lernen. Oft bieten solche Software eine virtuelle Version des Karteikastenprinzips an. Suchfunktionen erleichtern außerdem das Nachschlagen von unbekannten Begriffen.

Ich möchte an dieser Stelle auf meinen Artikel über Software der Firma Sprachenlernen24 verweisen.

 

Bücher lesen

 

Lehrbücher sind für alle Personen, die sich für Japanisch interessieren wichtig. Früher oder später reicht einem nicht mehr das kostenlose Onlinematerial. Spätestens dann sollte man sich über entsprechendes Lehrwerkt informieren. Einige Bücher möchte ich auf dieser Seite vorstellen.

Wer bereits gut genug Japanisch kann, wird auch durch japanische Bücher seinen Wortschatz sehr erweitern können. Man lernt dadurch die Wörter in ihrem Anwendungsbereich kennen. Für Anfänger ist dies jedoch schon aufgrund der fehlenden Kanji-Kenntnisse nicht zu empfehlen.

 

 

 

Ich hoffe der Artikel konnte einige Denkanstöße für das Lernen von Vokabeln geben.

Man sollte verschiedene Verfahren ausprobieren, um zu erkennen, was am besten zum eigenen Lerntyp passt. Eine Kombination mehrerer Verfahren ist natürlich empfehlenswert. Außerdem kann man auf ähnliche Weisen die japanischen Zeichen lernen.