Die Japanische Schrift

 

Wer Japanisch lernt, sollte sich früher oder später in die Schriftsysteme einarbeiten. Oft wird vorausgesetzt, dass man bereits einige Vorkenntnisse dazu besitzt.

Darum möchte ich hier kurz die japanischen Schriftsysteme vorstellen.

Kostenlose Schreibübungen habe ich hier hochgeladen.

 

In Japan werden insgesamt 4 verschiedene Schriftsysteme verwendet. Das wären:

  • die lateinische Umschrift Rōmaji, also unsere Buchstaben
  • die Hiragana-Silbenschrift
  • die Katakana-Silbenschrift
  • die aus China abstammenden Kanji-Zeichen

Das mag gerade für Anfänger sehr abschreckend wirken. Man sollte jedoch bedenken, das es zu Beginn überhaupt nicht nötig ist, viele japanische Zeichen zu können.

Zuerst sollte man sich mit den Kana (Kana ist die Sammelbezeichnung für Hiragana und Katakana) beschäftigen. Am wichtigsten ist dabei die Beherrschung der Silbenschrift Hiragana. Wer sich ein wenig Zeit nimmt, kann alle Hiragana-Zeichen innerhalb einiger Tage erlernen.

 

 

Die Hiragana-Zeichen

 

Es gibt 46 Hiragana-Zeichen. Diese werden etwa so ausgesprochen, wie sie geschrieben werden. Mit den Hiragana-Zeichen kann man alle japanischen Wörter schreiben. In japanischen Texten werden sie jedoch eher für Partikel, Endung und Verben verwendet.

Das sind die 46 Zeichen:

Hiragana Grundlaute

Durch zwei kleine Striche oder einen kleinen Kreis werden stimmhafte Laute erzeugt.

Die Laute ki, shi, chi, ni, hi, mi und ri (und außerdem auch deren stimmhafte Varianten) kann man mit kleinen ya, yu und yo kombinieren und somit gebrochene Laute erzeugen.

stimmhafte Laute:

Hiragana stimmhafte Laute

gebrochene Laute:

Hiragana gebrochene Laute

Alle Silben werden gleichlang gelesen. Wenn man sie verlängern möchte, hängt man einen passenden Vokal an:

  • Will man ein langes i haben, hängt man noch ein i an.
  • Will man ein langes u haben, hängt man ein zweites u an.
  • Wenn man ein langes e haben möchte, hängt man ein i an (in seltenen Fällen ein zweites e).
  • Möchte man ein langes o haben, hängt man ein u an (in seltenen Fällen ein zweites o).

In der Rōmaji-Umschrift werden lange Vokale übrigens durch ein Makron (ein Strich über dem entsprechenden Vokal) markiert: ā, ē, ī, ō und ū.

 

Um Doppelkonsonanten zu erzeugen, wird ein kleines tsu eingesetzt. Das tsu wird nicht ausgesprochen, es wird jedoch eine kurze Pause eingelegt.

Beispiel:

  • あっか (akka) bedeutet "Verschlechterung"
  • あか (aka) bedeutet "rot"

 

Die Katakana-Zeichen

 

Katakana werden fast nur für ausländische Begriffe und Namen verwendet. Oft auch auf Werbeplakaten.

Es gibt genau dieselben Silben, wie bei den Hiragana-Zeichen. Einige Zeichen sehen sich sogar recht ähnlich.

Das sind alle 46 Zeichen:

Katakana Grundlaute

Die stimmhaften und gebrochenen Laute werden wie bei dem Hiragana-Schriftsystem erzeugt:

stimmhafte Laute:

Katakana stimmhafte Laute

gebrochene Laute:

Katakana gebrochene Laute

Möchte man im Katakana-Schriftsystem Silben verlängern, genügt das Anhängen eines vertikalen Striches an den Vokal, der verlängert werden soll.

Beispiel:   コーヒー (kōhī) bedeutet "Kaffe".

 

Die Erzeugung von Doppelkonsonanten erfolgt wie bei dem Hiragana-Schriftsystem auch. Man fügt ein kleines tsu ein, spricht es jedoch nicht aus.

 

Es gibt außerdem einige Kombinationen, um ausländische Namen besser darstellen zu können: So ist zum Beispiel erlaubt ein tsa, tsi, tse und tso zu erzeugen, indem man nach einem tsu den passenden Vokal kleingeschrieben anfügt.

Auch können die Silben wi, wu, we und wo durch ein u, gefolgt von dem passenden kleingeschriebenen Vokal realisiert werden.

Und es gibt noch einige andere Kombinationen, um zum Beispiel di, fa, ü und vieles anderes zu erzeugen.

 

Die Kanji

 

Die Kanji-Zeichen stammen von chinesischen Schriftzeichen ab und werden zum Beispiel für viele Nomen, Verben und auch Zahlen verwendet. Es gibt zwischen 50.000 und 80.000 Zeichen. In einem normalen Alltagswörterbuch sind nicht viel mehr als 4.000 bis 13.000 Zeichen enthalten.

 

Es gibt verschiedene Lesungen für ein einziges Zeichen. Die wichtigsten Lesungen sind die ON-Lesung (die chinesische Lesung des Zeichens) und die kun-Lesung (die japanische Lesung des Zeichens).

Die verschiedenen Lesungen können auch in ein und demselben Wort vorkommen (ein Wort besteht meist aus mehr, als nur einem Kanji-Zeichen).

 

Die Kanji-Zeichen zu lernen, ist daher mit sehr viel Zeitaufwand verbunden. Selbst Japaner können nur einen kleinen Bruchteil der existierenden Zeichen selber lesen. Schreiben können sie meist noch weniger.

 

Von der Regierung Japans wurde eine Liste mit den wichtigsten Kanji für die Schulbildung festgelegt. Diese Schriftzeichen nennt man die Jōyō-Kanji. Die Liste beinhaltet insgesamt 2.136 Zeichen (2010 festgelegt).

Hat ein Japaner die sechs Grundschuljahre und die Mittelstufe abgeschlossen, muss er alle können.

 

 

Kana lernen?

 

Du möchtest die Kana (Hiragana- und Katakana-Zeichen) lernen?

Das Buch Hiragana und Katakana Übungen ist dafür zu empfehlen.

Einige einfache von mir selbst erstellte Übungsblätter findest du außerdem hier.